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WR-Serie Familienzentren

Arnsberg, 31.07.2009, Angelika Beuter,

Wir hatten es einfacher als die anderen

Ob PEKiP-Gruppe für Kleinkinder oder Erziehungsberatung: „Die Oeventroper müssen für ziemlich viele Sachen fahren”, sagt Simone König, „es ist viel praktischer, das vor Ort zu haben.” Genau da will das Familienzentrum Oeventrop in die Bresche springen.

Leiten das Familienzentrum (v.l.): Simone König, KG St. Marien, und Christhild Kraas, KG St. Raphael

Zwei Kindergärten trägt die Katholische Kirchengemeinde Heilige Familie im Ort: St. Marien und St. Raphael. Gemeinsam bilden sie das Familienzentrum Oeventrop. Noch ist es nicht amtlich, da die Zertifizierung aussteht. Ende Mai wurde die Bewerbung eingereicht.

Weil sie zur selben Kirchengemeinde gehören, habe die Zusammenarbeit nahe gelegen, sind sich die Leiterinnen einig. Simone König arbeitet seit 2000 in St. Marien, seit 2001 leitet sie die Einrichtung. Christhild Kraas ist seit 1991 in St. Raphael tätig, seit 2007 als Leiterin.

Auf keinen Fall wolle man sich „gegenseitig Konkurrenz machen”, betont Christhild Kraas. Simone König ergänzt: „Es macht Sinn, die Familien an allen Ecken zu erreichen. Der Verbund war vom Träger so gewollt.”

Man wolle sich „zukunftsorientiert positionieren”, betont Christhild Kraas: „Einerseits um die Arbeitsplätze zu sichern, andererseits um für Familien mehr anbieten zu können.”

Manchmal braucht man einen langen Atem, bis sich Erfolge zeigen. Beispiel Erziehungsberatung: „Von Januar bis März ist kein Einziger gekommen, jetzt wird es auch genutzt”, berichtet Simone König. Sie hat daraus gelernt: „Das Angebot muss erst mal da sein, auch erst mal brach liegen - und irgendwann wird es vielleicht angenommen.”

Groß war das Interesse am Prager Eltern-Kind-Programm: Körpererfahrung für die ganz Kleinen steht dabei im Mittelpunkt. Seit Januar wird eine Gruppe angeboten, seit April sogar eine zweite. Insgesamt besuchen 13 Familien die Treffen. „Das ist spontan super angenommen worden”, berichtet die St.-Marien-Kindergartenleiterin.

Dennoch sind sich die beiden Frauen einig: „Die Resonanz von außen ist noch dünn, aber es wird.” Oft bekommen sie zu hören: „Och, das ist vom Kindergarten. Die Trennung von Familienzentrum und Kindergarten muss erst mal ins Bewusstsein gelangen”, sagt Simone König. Durch Flugblätter etwa versucht man, eine breite Streuung zu erreichen.

Musikprojekt fand große Zustimmung

Eine Bedarfsabfrage stand am Anfang. Ergebnis: Die Eltern wünschten sich Angebote, die sie gemeinsam mit ihren Kindern nutzen können. Das wurde bei den Planungen berücksichtigt: Das Musikprojekt mit Themen von Klassik bis Tanz wurde so stark frequentiert, das zwei Kurse eingerichtet wurden. Auch Englisch für Kinder im Kindergartenalter mit ihren Eltern stieß auf große Resonanz.

Anders ist es beim Sport: „Der TuS Oeventrop macht schon so viel, da ist bei unseren Kursen die Resonanz nicht so groß.” Die Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen läuft erst an: „Das ist eine Sache, die noch wachsen muss. Da geben wir uns einfach die Zeit, um zu gucken, was passt, was kommt gut an”, erläutert Simone König.

Gefragt ist hingegen Elterninformation, schildert Christhild Kraas: Kinderkrankheiten, Homöopathie, Sprachauffälligkeiten, gesunde Ernährung - das sind Themen, die interessieren. Wenig läuft indes im multikulturellen Bereich - bei gerade mal vier Prozent Kindern mit Migrationshintergrund in Oeventrop ist das auch kein Wunder.

„Wir hatten es einfacher als die anderen”

Profitieren kann auch Oeventrop von der Steuerungsgruppe im Arnsberger Modell, zu dem alle Familienzentren im Stadtgebiet gehören: „Die Vernetzung wird besser, weil wir darüber immer neue Kontakte knüpfen.” Simone König weiß: „Wir hatten es sicherlich einfacher als die Einrichtungen, die vorher angefangen haben. Man wird gut mit auf den Weg genommen.”

Nach der Bewerbungsphase sind sich die Frauen einig: „Die Idee Familienzentrum ist eine supergute Idee. Man kann zu fast allen Familien ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen.”

Pastoralverbund Oeventrop / Rumbeck | info@pvor.de