| |  |  |  |  |  | 
Ferienlager 14.07.2010
Oeventrop. Endlich wieder Ferienlager! Heute beginnt für 120 Knispel das Lagerleben der KjG Oeventrop. Damit die Kinder 15 Tage lang unbeschwerte Gemeinschaft erleben können, braucht es viele ehrenamtliche Helfer. Dipl. Pädagoge Sebastian Rocholl (27) ist einer von ihnen und gehört seit 12 Jahren zum Leitungsteam.
|  |
|
 |  |  |
Frage: Wohin geht es in diesem Sommerferienlager? Rocholl: Für die Mädchen geht es in die Schützenhalle nach Haaren. Das Jungenlager findet im sieben Kilometer entfernten Atteln - ebenfalls in einer Schützenhalle - statt. Gleich nebenan liegen das Freibad und der Sportplatz. Beide Ferienlager werden von den Lagereltern, insgesamt 36 Gruppenleitern, dem Leitungsteam und natürlich den Kochfrauen betreut.
Frage: Ist es schwierig, engagierte Betreuer zur Durchführung des zweiwöchigen Ferienlagers zu finden? Rocholl: Bisher haben wir damit keine Probleme. In diesem Jahr mussten wir sogar einigen interessierten Jugendlichen absagen. Auf jedes Lager kommen 18 Betreuer. In diesem Jahr sind sehr viele Neuleiter dabei. In der Regel betreuen ein Neuleiter und zwei erfahrene Leiter gemeinsam eine Gruppe. Die neuen Leiter werden so an die Aufgabe herangeführt und können von den Erfahrungen der langjährigen Leiter profitieren. Deshalb können wir immer nur eine begrenzte Anzahl an neuen Leitern mitnehmen.
Frage: Wer von den langjährigen Lagerleitern ist in diesem Jahr nicht mehr mit dabei? Rocholl: Björn Flasbart ist nach rund 20 Jahren aus dem Leitungsteam ausgeschieden. Auch Frank Schledde und Carina Becker sind leider nicht mehr dabei. Nach so vielen Jahren Einsatz fällt es natürlich schon schwer, aufzuhören. Toll ist, dass diese erfahrenen Leiter trotzdem weiter ansprechbar sind und notfalls auch einspringen. Auf einen Kurzbesuch im Lager wollen sie in jedem Fall vorbeischauen. Frage: Wie bereiten sich die Lagerleiter eigentlich vor? Rocholl: Zunächst stehen wir vom Leitungsteam vor der Personalentscheidung. Wen nehmen wir mit? Wer hat welche Fähigkeiten? Dann gibt es eine Mitarbeiterschulung. An einem Vorbereitungswochenende werden verschiedene Workshops angeboten. In diesem Jahr standen u.a. Abenteuerpädagogik, Abenteuerspiele, das Erfinden neuer Spiele und ein Gitarrenspielkurs zur Liedbegleitung am Lagerfeuer auf dem Programm. Wir haben die Gruppenleiter auch mit Entspannungsmethoden wie dem Autogenen Training bekannt gemacht, um den Kindern auch die Möglichkeit zu bieten, zur Ruhe zu kommen. Es wurde ganz konkret gelernt, was man im Lager an Fähigkeiten und Kenntnissen braucht und einsetzten kann.
Frage: Welche Fähigkeiten können im Ferienlager entwickelt werden? Rocholl: In erster Linie sind das soziale Kompetenzen, die auch im Berufsleben später wichtig sind. Das Lösen von Konflikten. Die Kooperation mit seinen Mitmenschen. Teamfähigkeit. Gerade als Gruppenleiter ist auch Empathie wichtig, sich in die Kinder einzufühlen. Als Neuleiter im Alter von 16 Jahren heißt das auch Verantwortung zu übernehmen. Und besonders für Kinder, die das erste Mal mit ins Lager fahren, bedeutet das Lager ein Stück mehr Selbstständigkeit. Etwas, das man direkt am Verhalten der Kinder beobachten kann. Das, was bewusst oder oft auch unbewusst im Ferienlager erlernt wird, darf nicht unterschätzt werden.
Frage: Wie wichtig ist ehrenamtliches Engagement? Rocholl: Es wird immer wichtiger für unsere Gesellschaft werden. Für mich persönlich habe ich durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten sehr viel gelernt. Ehrenamtliches Engagement ist besonders für Jugendliche ein gutes Lernfeld. Es ist ein Geben und Nehmen. Und gerade solche Orte wie Oeventrop leben davon, dass sich Leute ehrenamtlich einsetzen. Man sollte Menschen stets dazu ermutigen, zu schauen, wo liegen Begabungen, welcher Bereich macht Spaß, und sich dann dort einzusetzen, weil man auch selbst eine Menge davon hat. Die Ferienlagerkinder werden heute um 14 Uhr mit dem Reisesegen verabschiedet. Rückkehr ist am Samstag, 31. Juli gegen die Mittagszeit.
Mit Sebastian Rocholl, Dipl. Pädagoge, sprach Ute Vollmer. Foto: Sebastian Rocholl vom Leiterteam der KjG Oeventrop. Foto: Ute Vollmer
|
|  |  |  |  |  |
| |
|
|